Glastür Maße

Glastür-Maße richtig bestimmen

Eine Glastür wird passend zu einer vorhandenen Holz- oder Stahlzarge ausgewählt, nicht nach der sichtbaren Wandöffnung oder dem alten Türblatt allein. Maßgeblich sind deshalb die tatsächlichen Eigenschaften der Zarge und nicht allein das Maß der alten Tür oder der sichtbaren Wandöffnung, da beide von den ursprünglichen Zargenmaßen abweichen können. Weil ein fertiges ESG-Türblatt nach der Herstellung nicht mehr angepasst werden kann, sollten alle relevanten Werte bereits vor der Bestellung sorgfältig ermittelt werden. Erst wenn Türblattmaß, Zargenfalzmaß, Bandpositionen, Schlossposition und DIN-Richtung zusammenpassen, lässt sich die neue Glastür später ohne Nacharbeit einbauen. Für eine sichere Auswahl sollten folgende Angaben zusammenpassen:
  • Türblattmaß: Breite und Höhe der neuen Glastür
  • DIN-Nennmaß: standardisierte Größenangabe der Zarge
  • Zargenfalzmaß: Breite und Höhe im inneren Falzbereich
  • Bandaufnahme: Position und Ausführung der Türbänder
  • Schlossposition: Lage von Schlosskasten, Falle und Schließblech
  • DIN-Richtung: DIN links oder DIN rechts
  • Glasdicke: passend zu Beschlägen und Schlosskasten

Glastür nach Maß, Sondermaß und Maßanfertigung im Vergleich

Die Begriffe Glastür nach Maß, Glastür im Sondermaß und Glastür Maßanfertigung werden im Alltag häufig ähnlich oder sogar synonym verwendet. Tatsächlich beschreiben sie jedoch unterschiedliche Stufen der Auswahl und Fertigung, die sich in Aufwand und Individualisierungsgrad deutlich unterscheiden. Eine Glastür nach Maß kann dabei bereits eine passend ausgewählte Standardgröße sein, während ein Sondermaß eine von den Standardwerten abweichende Breite oder Höhe beschreibt. Eine Maßanfertigung geht noch einen Schritt weiter und umfasst zusätzlich individuelle Band- und Schlossbearbeitungen, die vor allem bei Stahlzargen oder Sonderzargen erforderlich werden können.
Begriff Bedeutung Typische Anwendung
Glastür nach Maß passend zur vorhandenen Zarge ausgewählte oder gefertigte Glastür Standardmaß prüfen und passende Tür auswählen
Glastür Sondermaß Türblatt mit einer von den Standardgrößen abweichenden Breite oder Höhe Altbau, Renovierung und besondere Zargenmaße
Glastür Maßanfertigung individuelle Fertigung einschließlich Band- und Schlossbearbeitungen Stahlzargen, Sonderzargen und abweichende Beschlagpositionen
Eine passend ausgewählte Standard-Glastür ist damit ebenfalls eine Glastür, die auf deine Einbausituation abgestimmt ist. Eine individuelle Fertigung wird erst notwendig, wenn das vorhandene Maß oder die Bearbeitungen von den verfügbaren Standardausführungen abweichen.

Welche Maße brauchst du für eine Glastür nach Maß?

Breite und Höhe allein reichen für die Planung einer Glastür nicht aus, weil ein fertiges ESG-Türblatt nachträglich nicht mehr angepasst werden kann. Auch Bandpositionen, Schlossposition und DIN-Richtung müssen exakt zur vorhandenen Zarge passen, damit die Bänder später in die richtigen Aufnahmen greifen und Falle sowie Schließblech zusammenpassen. Die folgende Übersicht zeigt, welche einzelnen Maße und Angaben dafür benötigt werden und wofür sie jeweils genutzt werden. Wer alle diese Werte vor der Bestellung sorgfältig ermittelt, vermeidet spätere Probleme bei Einbau und Funktion der Tür.
Maß oder Angabe Bedeutung Wofür wird es benötigt?
Zargenfalzbreite lichte Breite im inneren Falzbereich der Zarge Grundlage für die Türblattbreite
Zargenfalzhöhe Höhe vom fertigen Fußboden bis zum oberen Zargenfalz Grundlage für die Türblatthöhe
Oberes Bandmaß Position der oberen Bandaufnahme Festlegung der oberen Bandbearbeitung
Bandabstand Abstand zwischen oberer und unterer Bandaufnahme Festlegung der unteren Bandbearbeitung
Fallenmaß oben Abstand von oben bis zur Mitte der Schlossfalle Positionierung der Schlossbearbeitung
Fallenmaß unten Abstand vom fertigen Boden bis zur Mitte der Falle Kontrolle der gemessenen Schlossposition
Falztiefe Tiefe des inneren Zargenfalzes Prüfung von Zarge, Dichtung, Türblatt und Beschlägen
DIN-Richtung DIN links oder DIN rechts Festlegung von Anschlag und Öffnungsrichtung

Glastür-Maßtabelle für Standardzargen

Türblattmaß DIN-Nennmaß der Zarge Zargenfalzmaß Typische Einordnung
584 x 1972 mm 610 x 1985 mm 591 x 1983 mm schmale Standardzarge
709 x 1972 mm 735 x 1985 mm 716 x 1983 mm kompakte Standardzarge
834 x 1972 mm 860 x 1985 mm 841 x 1983 mm komfortable Standardbreite
959 x 1972 mm 985 x 1985 mm 966 x 1983 mm breite Standardzarge
584 x 2097 mm 610 x 2110 mm 591 x 2108 mm schmale und hohe Standardzarge
709 x 2097 mm 735 x 2110 mm 716 x 2108 mm kompakte hohe Standardzarge
834 x 2097 mm 860 x 2110 mm 841 x 2108 mm komfortable hohe Standardzarge
959 x 2097 mm 985 x 2110 mm 966 x 2108 mm breite und hohe Standardzarge
Die Maße dienen der Zuordnung üblicher Standardzargen. Vor der Bestellung sollten die konkreten Produktangaben und die vorhandene Einbausituation abgeglichen werden.

Was ist das DIN-Nennmaß?

Das DIN-Nennmaß ist eine standardisierte Größenangabe für Türen und Zargen, die vor allem der groben Einordnung und Zuordnung dient. Es bezeichnet nicht das fertige Glastürblatt, sondern die genormte Größe der Zarge selbst. Das tatsächliche Türblatt ist deshalb kleiner als das DIN-Nennmaß, damit es sich innerhalb der Zarge frei bewegen und mit den vorgesehenen Beschlägen sauber montieren lässt. Diese Differenz zwischen Zargenmaß und Türblattmaß ist wichtig, weil sonst leicht der Eindruck entsteht, das Türblatt müsse genau der DIN-Nennmaß-Angabe entsprechen. Beispiel:
  • DIN-Nennmaß der Zarge: 860 x 1985 mm
  • Passendes Türblattmaß: 834 x 1972 mm
  • Zargenfalzmaß: 841 x 1983 mm
Eine Zarge mit dem DIN-Nennmaß 860 x 1985 mm benötigt deshalb in der Regel eine Glastür mit 834 x 1972 mm.

Was ist das Zargenfalzmaß?

Das Zargenfalzmaß beschreibt Breite und Höhe des inneren Falzbereichs der Zarge. Es kann als Kontrollmaß genutzt werden, um die Zuordnung von Zarge und Türblatt zu überprüfen. Das Zargenfalzmaß allein reicht jedoch nicht in jedem Fall aus. Auch Bandaufnahmen, Schlossposition und DIN-Richtung müssen zur neuen Glastür passen.

Wie misst man eine Zarge für eine Glastür?

1. Zargenfalzbreite messen

Miss die Breite im inneren Falz der Zarge oben, in der Mitte und unten. Bei Abweichungen sollte die Einbausituation vor der Bestellung genauer geprüft werden.

2. Zargenfalzhöhe messen

Miss links, mittig und rechts vom fertigen Boden bis zum oberen Zargenfalz.

3. Bodenaufbau berücksichtigen

Plane noch fehlende Fliesen, Parkett, Vinyl oder Übergangsprofile ein. Bodenbeläge, Übergangsprofile oder nachträglich veränderte Fußbodenhöhen können das verfügbare Maß beeinflussen.

4. Oberes Bandmaß aufnehmen

Miss die Position der oberen Bandaufnahme anhand eines eindeutigen Bezugspunkts.

5. Bandabstand messen

Bestimme den Abstand zwischen oberer und unterer Bandaufnahme.

6. Fallenmaß oben messen

Nimm die Position der Schlossfalle von oben auf.

7. Fallenmaß unten kontrollieren

Prüfe die Schlossposition zusätzlich vom fertigen Boden aus.

8. DIN-Richtung bestimmen

Die DIN-Richtung wird von der Seite bestimmt, auf der die Türbänder sichtbar sind:
  • Bänder links: DIN links
  • Bänder rechts: DIN rechts
Eine ausführliche Auswahlhilfe findest du unter Welche Glastür passt in meine Zarge?.

Glastür nach Maß für Holz- und Stahlzargen

Glastür nach Maß für Holzzargen

Bei Holzzargen können häufig Standard-Glastüren verwendet werden. Prüfe dafür Zargenfalzmaß, Bandaufnahme, Schlossposition und DIN-Richtung. Durch Renovierungen oder einen veränderten Bodenaufbau können die tatsächlichen Maße von der ursprünglichen DIN-Zuordnung abweichen.

Glastür nach Maß für Stahlzargen

Bei Stahlzargen sind Bandaufnahmen und Schließblech meist fest vorgegeben. Deshalb müssen oberes Bandmaß, Bandabstand und Fallenmaß genau zur neuen Glastür passen. Schon bei korrekter Breite und Höhe kann eine Standardtür ungeeignet sein, wenn die Bearbeitungspositionen abweichen.

Glastür nach Maß im Altbau und bei Renovierungen

In älteren Gebäuden entsprechen Türzargen nicht immer den heute üblichen Standardmaßen, weil sich Bauweisen und Normen im Lauf der Zeit verändert haben. Auch neue Bodenbeläge, Estrich, Fliesen, Parkett oder Übergangsprofile können die verfügbare Türhöhe zusätzlich verändern, selbst wenn die Zarge selbst unverändert geblieben ist. Das endgültige Aufmaß sollte deshalb erst erfolgen, wenn die spätere Bodenhöhe feststeht, weil sich ein fertiges ESG-Türblatt nachträglich nicht mehr kürzen lässt. So lässt sich vermeiden, dass die Glastür später am Boden schleift oder stattdessen ein unschön großer Abstand zum Boden entsteht.
  • Altbau: für unregelmäßige oder historische Zargen
  • Renovierung: bei verändertem Boden- oder Wandaufbau
  • Modernisierung: als Ersatz für eine vorhandene Holztür
  • Stahlzarge: bei fest vorgegebenen Band- und Schlosspositionen
  • Sonderzarge: bei abweichenden Falz- oder Beschlagmaßen

Welche Standardbreiten gibt es?

Türblattbreite DIN-Nennbreite der Zarge Zargenfalzbreite Typische Nutzung
584 mm (58,4 cm) 610 mm (61 cm) 591 mm (59,1 cm) schmale Durchgänge und Nebenräume
709 mm (70,9 cm) 735 mm (73,5 cm) 716 mm (71,6 cm) kompakte Wohn- und Arbeitsbereiche
834 mm (83,4 cm) 860 mm (86 cm) 841 mm (84,1 cm) komfortable Standarddurchgänge
959 mm (95,9 cm) 985 mm (98,5 cm) 966 mm (96,6 cm) breite Durchgänge und großzügige Räume

Welche Standardhöhen gibt es?

Türblatthöhe DIN-Nennhöhe der Zarge Zargenfalzhöhe Einordnung
1972 mm (197,2 cm) 1985 mm (198,5 cm) 1983 mm (198,3 cm) klassische Standardhöhe
2097 mm (209,7 cm) 2110 mm (211 cm) 2108 mm (210,8 cm) höhere Standardzarge
Die höhere Ausführung darf nur gewählt werden, wenn die vorhandene Zarge ebenfalls für die DIN-Nennhöhe 2110 mm ausgelegt ist. Eine höhere Tür lässt sich nicht in eine niedrigere Standardzarge einsetzen.

Kann eine Holztür durch eine Glastür ersetzt werden?

Eine vorhandene Holztür kann häufig durch eine Glastür ersetzt werden, ohne dass dafür die komplette Zarge ausgetauscht werden muss. Voraussetzung ist, dass Zarge und Beschlagpositionen geeignet sind, also dass Zargenfalzmaß, Bandaufnahmen, Schlossposition und DIN-Richtung zur neuen Glastür passen. Weil ein Glastürblatt aus ESG deutlich schwerer und weniger nachgiebig ist als eine klassische Holztür, lohnt sich vor dem Austausch eine besonders sorgfältige Prüfung der vorhandenen Zarge. Die folgenden Schritte zeigen, worauf es beim Austausch im Einzelnen ankommt.
  • DIN-Nennmaß bestimmen
  • Zargenfalzmaß kontrollieren
  • Bandaufnahmen und Bandabstände prüfen
  • Schlossposition und Schließblech vergleichen
  • DIN-Richtung festlegen
  • passende Glastürbeschläge auswählen
Das alte Holztürblatt sollte nicht als alleinige Maßvorlage verwendet werden. Es kann bereits angepasst worden sein oder von der standardisierten Maßzuordnung abweichen.

Wann wird eine Glastür im Sondermaß benötigt?

Ein Standardmaß eignet sich, wenn Zargenmaß, Bandaufnahme, Schlossposition und DIN-Richtung den üblichen Vorgaben entsprechen, sodass keine individuelle Fertigung nötig ist. Ein Sondermaß sollte dagegen geprüft werden, wenn mindestens eine dieser Angaben abweicht, weil sich ein fertiges ESG-Türblatt nachträglich nicht mehr anpassen lässt. Gerade bei Altbauzargen, individuell gefertigten Stahlzargen oder nachträglich veränderten Bodenaufbauten kommt es häufiger vor, dass die vorhandenen Maße nicht exakt zu einer verfügbaren Standardausführung passen. In solchen Fällen ist eine sorgfältige Prüfung aller relevanten Werte besonders wichtig, um spätere Probleme beim Einbau zu vermeiden.
  • abweichende Türblattbreite oder Türblatthöhe
  • ungewöhnliches Zargenfalzmaß
  • abweichende Bandpositionen
  • abweichende Schlossposition
  • ältere oder individuell gefertigte Stahlzarge
  • keine eindeutige Zuordnung zu einem Standardmaß möglich
Passende Informationen findest du unter Glastür im Sondermaß.

Welche Dekore gibt es für Glastüren?

  • Klar – maximaler Lichtdurchlass und offene Raumwirkung
  • Satiniert – Sichtschutz bei guter Lichtwirkung
  • Streifen – teiltransparente Gestaltung mit klarer Linienführung
  • Design – unterschiedliche Motive und dekorative Gestaltungen
  • Loft – markante Linien im Industrial-Stil
Das Dekor beeinflusst Lichtdurchlass, Sichtschutz und die Wirkung der Glastür. Für Wohnräume wird häufig Klarglas gewählt, während satiniertes Glas in Bereichen mit höherem Sichtschutzbedarf sinnvoll sein kann.

Vorteile einer Glastür nach Maß

  • Passende Türblattgröße: abgestimmt auf die vorhandene Zarge
  • Individuelle Bearbeitungen: Band- und Schlosspositionen können berücksichtigt werden
  • Geeignet für Bestandszargen: hilfreich bei Altbau, Renovierung und Sonderzargen
  • Mehr Licht im Innenraum: Räume bleiben trotz klarer Trennung heller
  • Verschiedene Dekore: von transparent bis blickhemmend
  • 8 mm ESG-Sicherheitsglas: für den täglichen Einsatz im Innenbereich
  • Vorhandene Zarge bleibt erhalten: ein vollständiger Austausch kann häufig vermieden werden

Häufige Fragen zu Glastür-Maßen

Welche Glastür passt zu einer Zarge mit 73,5 x 198,5 cm?

Zu einer Zarge mit dem DIN-Nennmaß 735 x 1985 mm passt in der Regel eine Glastür mit 709 x 1972 mm.

Welche Glastür passt zu einer Zarge mit 86 x 198,5 cm?

Zu einer Zarge mit dem DIN-Nennmaß 860 x 1985 mm passt in der Regel eine Glastür mit 834 x 1972 mm.

Welche Glastür passt zu einer Zarge mit 86 x 211 cm?

Zu einer Zarge mit dem DIN-Nennmaß 860 x 2110 mm passt in der Regel eine Glastür mit 834 x 2097 mm.

Ist das DIN-Nennmaß das Türblattmaß?

Nein. Das DIN-Nennmaß bezeichnet die standardisierte Größe der Zarge. Das tatsächliche Türblatt ist kleiner.

Reicht es, die alte Tür zu messen?

Nein. Zur sicheren Auswahl sollten die Maße und technischen Merkmale der vorhandenen Zarge kontrolliert werden. Dazu gehören Zargenfalzmaß, Bandaufnahme, Schlossposition und DIN-Richtung.

Kann eine Glastür nachträglich gekürzt werden?

Nein. Eine Glastür aus ESG-Sicherheitsglas kann nach der Herstellung nicht mehr zugeschnitten, gebohrt oder gekürzt werden.

Was passiert, wenn Bandposition oder Schlossposition nicht passen?

Dann kann die Glastür trotz korrekter Breite und Höhe nicht ordnungsgemäß montiert werden. In diesem Fall muss eine andere Beschlaglösung oder eine Glastür im Sondermaß geprüft werden.

Welche Glastürgröße ist besonders häufig?

Die Größen 709 x 1972 mm und 834 x 1972 mm gehören zu den häufig verwendeten Standardmaßen im Innenbereich. Maßgeblich bleibt jedoch immer die vorhandene Zarge.

Was kann ich tun, wenn ich mein Zargenmaß nicht sicher bestimmen kann?

Nutze die Anleitung Welche Glastür passt in meine Zarge? und vergleiche die gemessenen Werte mit den Maßtabellen.

Direkt zur passenden Glastür

Wenn das passende Türblattmaß feststeht, kannst du unter Glastüren Dekor, Beschläge, Schloss, Griff und DIN-Richtung passend zu deiner Zarge auswählen.

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